Das Osterei

Hei, juchhei! Kommt herbei !
Suchen wir das Osterei !
Immerfort, hier und dort
und an jedem Ort !

Ist es noch so gut versteckt,
endlich wird es doch entdeckt.
Hier ein Ei ! Dort ein Ei !
Bald sind's zwei und drei !

Wer nicht blind, der gewinnt
einen schönen Fund geschwind.
Eier blau, rot und grau
kommen bald zur Schau.

Und ich sag's, es bleibt dabei,
gern such ich ein Osterei :
Zu gering ist kein Ding,
selbst kein Pfifferling.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Die fleißigen Osterhasen

Die fleißigen Osterhasen
Ein paar Wochen bis zum Fest !
Osterhasen, regt die Pfötchen!
Schon beim Frühlingsputz im Haus
helfen hier die Hasenmädchen.

Und das kleine Schwesterlein
darf das Hasenbaby hüten,
spielt mit ihm im Sonnenschein
auf der Wiese voller Blüten.

Butter, Zucker, Milch und Mehl, -
dann den Teig recht kräftig rühren!
Wenn der Kuchen fertig ist,
muß man ihn noch schön verzieren.

Fleißig sitzt der Hasenbub
in der Werkstatt viele Stunden.
Jedes Ei wird hübsch bemalt
und mit Schleifen eingebunden.

Fertig! Aus dem Hasenhaus
müssen rasch die Jungen eilen,
um die Ostereierpracht
an die Kinder zu verteilen.

Wenn die Ostersonne lacht,
sucht nur gut in Gras und Hecken,
und ihr werdet ganz bestimmt
manches bunte Nest entdecken!

Volksmund

Hühner Emanzen

Im Hühnerstall gab's Radau,
zwischen Hahn und Hühnerfrau,
die ihn nicht lieben wollte,
sich drum zur Seite rollte,
um dem Gockel zu zeigen,
ich bin doch nicht dein Eigen.

Dieser Hahn sich empörte,
krähte laut, jeder es hörte,
Hühner kamen angerannt,
standen vor ihm ganz gebannt,
nur das Huhn vom Hühnerstall,
wollte kommen auf keinen Fall.

Sie war schlau - diese Emanze,
bat die Hühner her zum Tanze,
kamen alle schnell herbei,
Gockeles Macht war so vorbei.

Seither krähte dieser Hahn,
immerzu - fast wie im Wahn,
kein Huhn ließ sich mehr lieben,
so ist's bis heut geblieben.

Heidrun Gemähling