Das Osterfest

Wir begehen das Osterfest alljährlich an dem Sonntag, der dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang, das heisst nach Tag- und Nachtgleiche, folgt! So wurde es nach dem berühmten Konzil von Nicäa bereits im vierten Jahrhundert nach Christi Geburt festgelegt, auf dem übrigens auch unser Glaubensbekenntnis formuliert wurde. Und doch finden sich in unserem Osterfest auch heidnische Wurzeln. Ostern leitet sich von Ostara, übersetzt Morgenröte, ab.

Die germanische Frühlingsgöttin wurde im Frühling nach langem entbehrungsreichem Winter bereits von den Germanen freudig begrüsst. Historiker nehmen an, dass Ostern das älteste christliche Fest ist, dass bereits zur Zeit der Apostel, damals gleichzeitg mit dem jüdischen Passahfest gefeiert wurde.

Der Trauer der Karwoche mit der Erinnerung an die Leiden Christi und an seinen Tod folgte die Freude der Ostertage über Auferstehung und Sieg durch Gewinnung des ewigen Lebens. Bereits für das zweite Jahrhundert ist eine grosse Tauffeier in der Osternacht bezeugt, in welcher der Übergang des einzelnen Täuflings mit Christus vom Tod zum Leben gefeiert wurde.

Dies war, anders als heute, die einzige Tauffeier des Kirchen Jahres. In dem sich an die Taufe anschliessenden Dank der Gemeinde, liegen die Wurzeln der Osterfreude, die ja noch heute das Merkmal des Osterfestes sind. Hinaus in die Natur zieht es die Kinder am Ostersonntag, besonders zum Eiersuchen. Wobei wir bei der Frage angekommen sind, was das Ei eigentlich mit Ostern zu tun hat? Das Ei gilt als Symbol der Fruchtbarkeit und der Lebenskraft und das schon seit Jahrhunderten. Und es fiel unter das Fastengebot, ja die Kirche fühlte sich im 12. Jahrhundert sogar gezwungen, den österlichen Eiergenuss zu regeln, so sehr freute man sich auf die Eierspeisen nach der langen Fastenzeit.

Das Färben und Beschriften der Eier wurde erstmals im Jahre 1682 urkundlich belegt und einige Jahre später, im Jahre 1682 fand die erste Suche nach Eiern in der freien Natur statt, wenn wir den Quellen glauben dürfen. Zur Verzierung der wertvollen Eier benutzten die Hausfrauen alte Gardinen, Pflanzenblätter und zum Färben einfachen Zwiebelsaft. Klar, die Eier wurden im Laufe der Jahre neben dem geschmückten Birkenzweig ein festlicher Tischschmuck.

Die Kinder hatten jedoch schon immer anderes mit den Ostereiern im Sinn als ihre Eltern. In vergangenen spielzeugarmen Zeiten, dienten sie zunächst zum Wettkampf beim Eierscheiben und Eiertitschen, bevor sie, meist schwer beschädigt, schliesslich verzehrt wurden.

Der Sieg über den Tod duch die Auferstehung,die Freude über die aus dem Winterschlaf erwachende Natur und die Lust auf leckere Speisen nach einer langen Fastenzeit, Ostern ist ein herrliches Fest.

Brauchtum in unserer Gegend

Ein ganz alter Brauch bei uns in Kalt ist das Klappern. Der Karfreitag, also der Freitag vor dem Ostersonntag,das ist unser Frauchen in den guten alten 50er Jahren, auch sie hat schon Ostereier gesucht und gefunden heißt auch "Stiller Freitag". Vor allem in katholischen Gegenden läuten die Glocken ab diesem Tag bis Ostersonntag nicht mehr. Die Glocken sollen in der Zeit nach Rom fliegen und erst zur Osternachtfeier am Ostersonntag wieder zurückkommen, so erzählte man früher den Kindern.

Weil also die Glocken nicht läuten durften, auch nicht zur Messe, ließ man sich dafür etwas anderes einfallen: spezielle Holzklappern oder Ratschen. Die wurden schon viele Wochen vor Ostern von den Ministranten gebaut und in den Familien von Generation zu Generation weitergegeben. Sie klingen ziemlich laut und durchdringend. Damit wurden früher die Menschen zur Messe in die Kirche gerufen!

Heute ziehen die Ministranten am Ostersamstag von Haus zu Haus und möchten für das Klappern einen kleinen Lohn in Form von Süssigkeiten, Eiern oder Geld! Es ist schön, dass die alten Bräuche nicht in Vergessenheit geraten!